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16 Jan

Ramie

Ramie gehört zu den pflanzlichen Naturfaserstoffen der Familie der Brennnesselgewächse (Urticaceae) und wie Flachs zu den Weichfasern.
Die Pflanze ist eine in Ost- und Südostasien weit verbreitete Wildpflanze.
Textilien aus Ramiefasern sind erstmals in ägyptischen Mumienbinden aus der Zeit zwischen 5000 und 3300 v. Chr. bezeugt, in China wird sie seit etwa 3000 Jahren als Faserpflanze kultiviert. Damit gehört die Ramie zu den ältesten Faserpflanzen der Welt. Im frühen 18. Jahrhundert gelangte die Pflanze erstmals nach Europa, Nord- und Südamerika.
Im Jahr 2000 wurden weltweit über 170.000 Tonnen Fasern aus der Ramie erzeugt, rund doppelt so viel wie aus Hanf. Damit ist sie die siebtwichtigste Naturfaser weltweit. Hauptproduktionsländer sind mit gut 75% der Weltproduktion China, sowie die Philippinen, Indien und Brasilien. Diese Länder sind zugleich die Hauptverbraucher, auf dem Weltmarkt tritt die Faser daher nur bedingt in Erscheinung. Die wichtigsten Importländer sind Japan, Deutschland, Frankreich und Großbritannien.
Als reine Faser ergibt Ramie leichte, seidige Gewebe, die Leinen ähneln. Wegen seiner geringen Widerstandsfähigkeit und Elastizität wird Ramiefaser jedoch meist als Beimischung zu anderen Textilfasern verwendet. Dabei erhöht es den Glanz und die Stärke von Baumwollfasern und verringert das Schrumpfen der Wollfaser. Ihr Einsatz in diesem Bereich der Wollmischungen ist jedoch eher als exotisch anzusehen.
Obwohl die Ramiefaser als äußerst hochwertig gilt, kann sie aufgrund ihrer relativ aufwändigen Verarbeitung, die nach wie vor nicht vollständig automatisierbar ist, auf dem Textilmarkt bisher nicht preislich mit anderen Naturfasern wie Baumwolle, Wolle oder Leinen konkurrieren. (Quelle: Wikipedia)