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19 Jan

C2C

Cradle to Cradle

 

Das Produktions-Prinzip „cradle to cradle“ ist eine neue Art und Weise, Konsumgüter und alle andern vom Mensch genutzten Materialien optimal umweltfreundlich herzustellen. Dieses Prinzip entspringt einer grundlegend neuen Denkweise., welche davon ausgeht, dass es möglich sein muss, Materialien herzustellen und bei der Produktion von Konsumgütern einzusetzen, welche einerseits völlig ungiftig sind, des weiteren im Herstellungsprozess einen minimalen Energie Verbrauch aufweisen und schliesslich nach Ablauf der Lebensdauer des Produktes auch wieder optimal weiterverwendet, respektive in neue Kreisläufe eingeschleust werden können, seien diese nun biologischer oder technischer Art.

 

Dieses umweltfreundliche Prinzip wird „Cradle to cradle“ genannt, was auf Deutsch “von der Wiege zur Wiege“ heisst. Dahinter steckt die Idee, dass ein Produkt am Ende seiner Lebens -und Funktionsdauer nicht zum Abfall wird, sondern ohne Verlust wieder Ausgangspunkt für Neues ist, das problemlos daraus entstehen kann.

 

Der Chemiker und Verfahrenstechniker Prof. Michael Braungart und der Architekt William McDonough sind die Begründer dieses Prinzips.
Ihr Buch: Einfach intelligent produzieren: Cradle to cradle. Die Natur zeigt, wie wir die Dinge besser machen können. Gebrauchsanweisung für das 21. Jahrhundert.
Sie unterscheiden 2 Kreisläufe:

Technischer Kreislauf: die Produkte können in wenigen Handgriffen in ihre Einzelteile zerlegt werden, die wiederum als Ausgangsstoffe für neue Produkte dienen.

 

Biologischer Kreislauf: die Produkte (Textilien und anderes) sind 100% abbaubar und verursachen keine Umweltbelastung (keine Rückstände von schädlichen, umweltfremden Molekülen).

 

Die Herstellungsverfahren in beiden Kreisläufen garantieren also eine minimale Umweltbelastung. Die Ausgangsmaterialien dürfen nur umweltfreundlich sein.

 

Cradle to cradle Verfahren ist kein Recycling im herkömmlichen Sinn. Es ist weit mehr als das, denn man denkt schon bei der Produktion daran, dass während des ganzen Kreislaufprozesses keine Ressourcen verschwendet werden. Das Produkt soll entweder zurück zur Natur oder zurück zum Hersteller, der daraus (genau so wie die Natur) problemlos wieder Neues machen kann. Es gibt also keinen Abfall mehr, denn jedes einzelne Teilchen ist wertvoll.

Um dies zu ermöglichen müssen alle Produktionsverfahren und Herstellungsabläufe neu entwickelt werden.

 

Produkte, die diese Anforderungen erfüllen, erhalten das Zertifikat „cradle to cradle“.

 

 

Um zu verdeutlichen, was cradle to cradle bedeuten könnte, soll hier noch erwähnt werden, dass die Biomasse der weltweiten Ameisenbevölkerung jene der gesamten Menschenbevölkerung um ein Veilfaches übersteigt und trotzdem gibt es keine Vergiftung der Erde durch deren Anwesenheit. Dieser Vergleich hinkt natürlich, weil die Ameisen eben keine technischen Hilfsmittel entwickelten (Maschinen , Flugzeuge, Autos, Raketen, Bomben ets, etc..), , nicht eitel sind (Kleider, Kosmetika), und wahrscheinlich alle anderen Laster der Menschen auch nicht haben, die diese veranlassen, Dinge zu bauen, die äusserst umweltschädlich sind wie Massentierhaltung für Fleisch und Fellproduktion, Atomkraftwerke, Chemiefabriken, Minen, Oelbohrungen etc. etc.