Category: Tiere

05 Apr

Futter für Nutztiere

Wer biologisch zertifiziertes Fleisch von Nutztieren verzehrt, kann sich hier ein Bild machen, welche Verordnungen auf einem Schweizer Biohof eingehalten werden müssen:

Biologische Landwirtschaft:

„Die Tierhaltung muss möglichst vollständig in das individuelle Betriebssystem integriert werden.

Die Anzahl der Tiere pro ha landwirtschaftlicher Nutzfläche ist daher im Mittel deutlich niedriger als auf konventionellen Tierhaltungsbetrieben. Dieser systemorientierte Ansatz stellt eine angepasste Wirtschaftsdüngerversorgung sicher, vermeidet unerwünschte Umwelteffekte wie beispielsweise Nitratauswaschungen und überhöhte Stickstoff-Emissionen in die Atmosphäre.

Stickstoff, ein zentraler Nährstoff für das Pflanzenwachstum, ist im Öko-Betrieb ein knapper Faktor, da er nicht als mineralisches Düngemittel zugekauft werden darf.
Um den Stickstoff-Anteil im Boden zu erhöhen, werden Leguminosen, etwa als Grasmischungen (Klee- oder Luzernegras) oder Körnerleguminosen (Erbsen, Bohnen, Lupinen, Sojabohnen), angebaut. Diese dienen zugleich als vielseitig einsetzbare Futtermittel.“

aus: https://www.boelw.de

 

Zwingend: Bedarfsgerechte und artgemäße Fütterung mit betriebseigenem biologisch zertifiziertem Futter

 

Die folgenden Vorschriften, die ich aus „www.bioaktuell.ch“ entnommen habe, sind interessant zu lesen. Ich habe nur vereinzelte Texte ausgesucht, denn die ganze Verordnung umfasst 285 A4 Seiten.

“ Verbotene Futtermittel und Fütterungsmethoden für alle Tiere

  • chemisch-synthetische Zusatzstoffe (Harnstoff, antimikrobielle Leistungsförderer, Enzyme, synthetische Aminosäuren usw.);
  • Tiermehl
  • Gastroabfälle
  • Mastmethoden mit Zwangsfütterung sowie die Haltung von Tieren unter Bedingungen, die zu Anämie führen können.

Siliermitteleinsatz

Als Siliermittel und bei Nachgärung im Silo sind nur die in der Betriebsmittelliste aufgeführten Siliermittel oder Salzwasserlösung mit Wasserpresse (oder Abdecken) zugelassen. Als Siliermittel sind Säuren (z. B. Luprosil), Enzyme und andere chemisch-synthetische Mittel ausdrücklich verboten. (MKA 5/2016)“

Da die Vorschriften ziemlich komplex sind, Ausnahmen und Prozentangaben vorkommen, muss ein Bio Bauer vieles lesen und lernen, und sich immer wieder überprüfen, ob der noch im erlaubten Bereich arbeitet.

„Bestimmungen für Wiederkäuer
Wiederkäuer müssen mindestens 90 Prozent der Futtertrockensubstanz pro Tierkategorie in Form von frischem, siliertem oder getrocknetem Raufutter erhalten.
Wiederkäuer erhalten 100 Prozent biologisches Futter. Davon müssen gem. Art. 4.2.3.1 mindestens 90 Prozent Knospe-Qualität aufweisen. Die restlichen 10 Prozent können mit folgenden Futtermitteln, welche nach Bio- Verordnung (CH oder EU) zertifiziert sind, abgedeckt werden:

Liste der zulässigen nach Bio-Verordnung (CH oder EU) zertifizierten Futtermittel für Wiederkäuer

Raufutter (gem. Art. 4.2.1.2)
Leinsaat
Dextrose
Melasse aus der Zuckerproduktion Früchtesirup

Kartoffelprotein Maiskleber
Bierhefe

Melasse

Wenn keine Bio-Melasse verfügbar ist, dürfen Bio Suisse lizenzierte Mühlen nicht biologische Melasse als Staubbinder oder Presshilfsstoff im Rahmen von 3 Prozent (max. 1 Prozent in der Gesamtration) einsetzen.

 

Wiederkäuer müssen mindestens 90 Prozent der Futtertrockensubstanz pro Tierkategorie in Form von frischem, siliertem oder getrocknetem Raufutter erhalten.

Die Futterkomponenten müssen naturbelassen und die angewendeten Techniken der Futterbereitung möglichst naturnah und energieschonend sein. Futtermittel dürfen keine Spuren von gentechnisch veränderten Organismen oder von Folgeprodukten von gentechnisch veränderten Organismen enthalten, die anteilmässig über den gesetzlichen Limiten liegen.

 

 

Definition Raufutter für Bio Suisse Betriebe

  • Verfüttertes Stroh und verfütterte Streue
  • Futter von Dauer- und Kunstwiesen frisch, siliert oder getrocknet (Herkunft Schweiz    und direkte Nachbarländer).
  • Ackerkulturen, bei welchen die ganze Pflanze geerntet wird: frisch, siliert oder getrocknet (Maisganzpflanen werden zum Raufutter gezählt; jedoch wird z. B. Maiskolbenschrot bereits in die Kategorie Kraftfutter eingeteilt).
  • Zuckerrübenschnitzel
  • Futterrüben unverarbeitet
  • Kartoffeln unverarbeitet
  • Abgang aus Obst-, Früchte- und Gemüseverarbeitung (Äpfel, Trauben, Karotten, Randen etc.)
  • Biertreber (Malztreber): Es muss ein unterschriebenes InfoXgen-Formular vorliegen (Formular kann unter www.infoXgen.com heruntergeladen werden)
  • Spelzen von Dinkel, Gerste, Hafer, Reis
  • Sojabohnen-, Kakao- und Hirseschalen
  • Wiederkäuer müssen mindestens 90 Prozent der Futtertrockensubstanz pro Tierkategorie in Form von frischem, siliertem oder getrocknetem Raufutter erhalten.
  • Die Futterkomponenten müssen naturbelassen und die angewendeten Techniken der Futterbereitung möglichst naturnah und energieschonend sein. Futtermittel dürfen keine Spuren von gentechnisch veränderten Organis- men oder von Folgeprodukten von gentechnisch veränderten Organismen enthalten, die anteilmässig über den gesetzlichen Limiten liegen.

 

Milchfütterung bei Säugetieren

Junge Säugetiere müssen auf der Grundlage von unveränderter Milch, vorzugsweise Muttermilch, ernährt werden. Alle Säugetiere sind während eines Mindestzeitraums mit unveränderter Milch zu ernähren. Der Mindestzeitraum bemisst sich nach der Tierart.

Der Mindestzeitraum, während dem unveränderte Milch gefüttert werden muss, beträgt bei Rindern (einschliesslich Büffel- und Bison-Arten) und Tieren der Pferdegattung drei Monate, bei Schafen und Ziegen 35 Tage und bei Schweinen 42 Tage.

Milchpulver darf in dieser Zeit nur als Ergänzung eingesetzt werden. Bei Wiederkäuern ist die Gabe von Raufutter obligatorisch. Mastkälbern muss mindestens 1’000 Liter Vollmilch (unveränderte Kuhmilch) vertränkt werden. Milchersatzpulver ist nicht zugelassen.

 

Zugeführte Futtermittel

Als Ergänzung zur betriebseigenen Futtergrundlage dürfen Futtermittel auf den Knospe-Betrieb zugeführt werden. Dabei gelten jedoch je nach Art der Futtermittel unterschiedliche Anforderungen.

 

4.2.3.1 Knospe-Futter
Die Zufuhr von Knospe-Futter ist erlaubt. Pro Tierkategorie muss mindestens 90 Prozent der Ration aus Knospe- Futter bestehen. Wird Knospe-Futter aus der Umstellung auf biologischen Landbau zugeführt, darf der Anteil an Umstellungsfutter 30 Prozent in der Ration der einzelnen Nutztierkategorien nicht übersteigen.

Im Ausland zugekauftes Knospe-Futter muss von Bio Suisse nachzertifiziert sein. Sonst wird es dem Nicht-Knospe- Futteranteil angerechnet.
Betriebe, die aus dem Ausland Futtergetreide direkt importieren, müssen ihren Bedarf an Futtergetreide mit mindestens 60 Prozent inländischem Futtergetreide decken.

Ab 2018 müssen 70 Prozent des Sojabedarfs mit Soja aus Europa gedeckt werden. Ab 2019 muss sämtliches Knospe-Futter aus Europa stammen. (MKA 6/2017)

Zugeführte Siloballen müssen mit einer Etikette mit folgenden Angaben versehen sein: Knospe-Logo, Produktbezeichnung, Name, Adresse und Bio-Betriebsnummer des Produzenten und Code der Zertifizierungsstelle.“

 

 

Unter dem Thema biologische Tierhaltung werden auch folgende Bereiche behandelt: Tierzucht, Transport, Zukauf, Schlachtviehandel und Nutzviehhandel, Alp/Sömmerung und vieles mehr.

Die ganze Verordnung regelt den biologischen Landbau generell, also auch Planzen, Schädlinge, Krankheiten, etc. etc.

 

05 Apr

Tierfutter

Futter für Haustiere

Herkömmliche Tiernahrung für Haustiere kann folgendes enthalten:

Chemische Antioxidantien, künstliche Duft-, Farb- und Geschmacksstoffe, raffinierten Zucker und genetisch veränderte Inhaltsstoffe, Antioxidationsmittel, Lockstoffe, Füllstoffe, Pestizide, Fleischersatzstoffe, Hormon- und Antibiotika-Rückstände von den Tieren, aus denen das Tierfutter gemacht wurde, Bestandteile aus Tierkörper-Verwertung.

 

 

 

Wer für sich biologische, naturnahe Lebensmittel kauft, tut das wahrscheinlich auch für seine geliebten Tiere:

Echte biologische Tiernahrung muss frei sein von all den oben erwähnten Inhaltsstoffen und darf keine Gen veränderten Organismen (GVO) enthalten.

 

Folgende bekannten Firmen bieten biologische Tiernahrung an:

 

Anifit: Schweizer Famileinunternehmen: https://www.anifit.ch

Defu: Deutsches Unternehmen https://www.defu.de

yarrah: niederländisches Unternehmen https://www.yarrah.com

pure: österreichisches Unternehmen mit Produktion in Deutschland: https://www.pure-naturfutter.ch