Bio Öko Fairtrade Wissen

11 Mrz

Amber Conrad

Conrad Amber ist ein österreichischer Naturfotograph und Visionär für begrünte Städte.

Sein Plädoyer: es braucht generell mehr Wald auf der Erde und im Besonderen auch mehr Pflanzen in den Städten, sowohl an den Gebäuden selbst als auch zwischen den Häuser:
Grosse Bäume haben eine äusserst positive Wirkung auf Mensch und Umwelt. Sie sind Balsam für Körper und Seele:

  • Bäume sind Schattenspender
    an heissen Sommertagen- von denen es bekanntlich wegen der Klimaerwärmung immer mehr gibt – lieben wir alle den Schatten und die angenehme Temperatur, die wir unter einem grossen Baum finden.
  • Bäume sind Regulatoren der Temperatur: Die Photosynthese des Blattwerkes bewirkt eine Kühlung der Umgebung. Dieser Effekt bewirkt eine deutlich angenehmere Atmosphäre in Städten und gewinnt zunehmend an Bedeutung wegen der Klimaerwärmung.
  • Bäume regeln den Wasserhaushalt
  • Bäume befreien die Luft von Feinstaub, womit Luftqualität und Stadtklima verbessert werden.
  • Bäume bilden Schutz gegen Wind und Schnee, verhindern die Erosion und wirken so dem Klimawandel entgegen
  • Bäume schenken Sauerstoff

Bücher von Conrad Amber:

„Bäume auf die Dächer, Wälder in die Stadt“ , Kosmos Verlag

„Baumwelten und ihre Geschichten“, Kosmos Verlag

www.conradamber.at

 

  • Positiver Auswirkungen von Bäumen und Pflanzen generell:
  • Verbesserung des Mikroklimas
  • Reduzierung des Wärmeinseleffekts
  • Steigerung des Wohnwertes und der Arbeitsplatzqualität
  • Förderung der Biodiversität
  • Wärmedämmung und Energieeinsparung
  • Rückhalt von Regenwasser
  • Gebäudeschutz
  • Luftfilterung
  • Lärmschutz

 

 

 

04 Dez

Bambus

Bambus wird seit einiger Zeit intensiv als ökologischer Rohstoff vermarktet. Er wird als die neue grüne Wunderpflanze angepriesen. Insbesondere Textilhersteller machen den Käufer glauben, Bambus sei die umweltfreundliche Alternative zur Baumwolle. Leider wächst aber die Mehrheit der im blühenden Bambustextilmarkt verwendeten Bambusstoffe nicht in der Natur, sondern wird in chemischen Prozessen synthetisch hergestellt.

Der Handel preist den Bambus als seidenweiche, saugfähige, atmungsaktive und Temperatur ausgleichende Superfaser an, was deren höheren Verkaufspreis rechtfertigen soll.
Leider besteht das „grüne“ Bambus-Kleidungsstück aber meistens aus gewöhnlicher Viskose, also aus einer Kunstfaser.
Es handelt sich in den meisten Fällen um einen echten Etiketten-Schwindel, respektive um bewusste Irreführung, denn das Endprodukt hat praktisch nichts mehr mit dem Ausgangsstoff zu tun.

Bambus

Tatsächlich wird der Rohstoff Bambuszellulose im Viskoseverfahren chemisch-technisch so verändert, dass dabei ein neues Produkt entsteht, das mit dem Basisstoff kaum noch Ähnlichkeit hat. Man könnte im gleichen Verfahren auch Zellulose von anderen Basisstoffen wie zum Beispiel Buchenholz verwenden und käme zum gleichen Resultat. Zudem entstehen beim aufwändigen chemischen Viskoseverfahren Stoffe, die teils umweltbelastend und giftig sind. Somit haben diese Textilien die Bezeichnung “grün“ keinesfalls verdient.
Die Bambusviskose wird zum grössten Teil von chinesischen Chemiefirmen mit Einsatz enormer Chemikalienmengen hergestellt.

Es gibt tatsächlich Textilien, die aus echtem Bambus hergestellt sind. Doch da die Naturfaser Bambus selbst sehr spröde ist, braucht es immer eine spezielle Bearbeitung, um die Faser mit der kratzigen Textur in feines, tragbares Material zu verwandeln. Die Luzerner Firma Litrax ist weltweit die einzige Firma, die natürliche Bambusfasern in einem Hightech-Verfahren mit Hilfe von Enzymen zu weichen, tragbaren Fasern verarbeiten kann. Echte Bambusfasern kommen jedoch in Textilien eher selten vor.
Der Laie kann die Natur- von der Kunstfaser nicht unterscheiden. (Quelle: Zusammenfassung eines Textes über Etikettenschwindel im Textilgeschäft, entnommen aus dem Beobachter Natur Nr. 6/2010)

04 Dez

Baumwolle

Baumwolle ist eine Naturfaser und der bedeutendste Textilrohstoff der Welt. Gewonnen wird sie aus Samenhaaren der Pflanzen der Gattung Baumwolle (Gossypium). Die Baumwollfaser läßt sich 8-10 % dehnen und ist so saugfähig, daß sie ca. 65 % ihres Eigengewichts an Wasser aufnehmen kann. Diese hydrophile Eigenschaft ist übrigens der Hauptgrund für die große Hautfreundlichkeit von Baumwolle, sowie das geringe Allergiepotential dieses Textilstoffes. Hauptanbauländer sind China, Indien, Rußland, Pakistan, Brasilien, Türkei, Ägypten, die USA und Argentinien. (Quelle: wollknolle.de)

Baumwolle ist eine sehr alte Kulturpflanze. In mexikanischen Höhlen wurden Baumwollkleider gefunden, die etwa 7.000 Jahre alt sind. Die Baumwollpflanze gehört zu den Malvengewächsen. Sie wächst vor allem in den Tropen und Subtropen. Man unterscheidet bis zu 51 Arten. In Europa ist Griechenland das einzige Land mit einer größeren Produktionsmenge (Platz 10 der Weltrangliste).

Die lange Wachstumszeit der Baumwolle erfordert nach der Ernte eine rasche Feldbestellung und Neuaussaat. Daher ist der Anbau von Zwischenfrüchten zur Verbesserung der Bodenqualität und zur Unterdrückung von Unkräutern kaum möglich. Besonders auf großen Flächen wird Baumwolle oft ohne Fruchtwechsel mit anderen Nutzpflanzen angebaut. Infolge dieser Monokulturen ist die großflächige Baumwollproduktion stark von Pflanzenschutz-Mitteln abhängig. Baumwolle gilt als das landwirtschaftliche Produkt mit dem höchsten Einsatz an Chemikalien. Auf Baumwolle entfielen 1999/2000 etwa 11% des weltweiten Pestizidmarktes. Daher gilt sie unter Umweltschutzaspekten als sehr bedenklich. Auch der Wasserverbrauch ist als sehr problematisch anzusehen. Besonders bekannt wurde in diesem Zusammenhang der Aralsee, der seit den späten 1960er Jahren stark an Wasser verloren hat, da eine große Menge Wasser zu Bewässerungszwecken für den Baumwollanbau abgezweigt wird, bevor es den See erreichen kann. Dies führte zu einer weit reichenden Versalzung.

Samenhaaren der Pflanzen der Gattung Baumwolle

Einige Baumwollbauern setzen auf ökologischen Anbau, so dass es heute auch Bio-Baumwollprodukte auf dem Markt gibt. Anfang 2010 wurde die Textilbranche von groß angelegtem Betrug mit angeblicher Biobaumwolle erschüttert, ein großer Teil der aus Indien stammenden Biobaumwolle wurde gentechnisch verändert. Der Betrug wurde bereits im April 2009 von indischen Behörden aufgedeckt. Zusammen mit westlichen Zertifizierungsunternehmen haben zahlreiche Dörfer gentechnisch veränderte Baumwolle als Bioprodukt deklariert und in großen Mengen in Umlauf gebracht – ein klarer Verstoß gegen die strengen Standards für Ökotextilien. Von dem Betrug betroffen sind namhafte Handelsketten wie H&M, C&A und Tschibo“. I
Lesen Sie unter „Info, kbA“ (kontrolliert biologischer Anbau) auf meiner Site/frontpage, welche Kriterien Biobaumwolle erfüllen muss, damit sie als Bio-Bauwolle zertifiziert werden darf. (Quelle: wikipedia.ch)

04 Mrz

Bio Labels

Es gibt ziemlich viele kleine, wie auch grössere Marken/Produzenten, die sich auf Öko-Mode spezialisiert haben.
Leider sind die meisten Modelle dieser Labels eher für junge Leute, die fast zu jeder Gelegenheit nur Basics tragen, wie T-Shirts, Kapuzenpullover, Trainingshosen, etc.
Wirklich schöne, gut geschnittene Kleidung – sei es sportlich elegant oder Business Stil –  ist schwer zu finden.
Es gibt allerdings langsam die Tendenz, das Bedürfnis für diese Art Mode auch abzudecken, aber meistens entspricht der Stil und die Machart doch nicht hohen Ansprüchen. Es wirkt alles etwas plump. Seit Jahren verfolge ich die Szene und suche intensiv nach schöner Damenbekleidung, die als umfassend bio-und ökolog. bezeichnet werden darf.

Meine bisherigen Favoriten sind:
Hofius (DE)
für interessant geschnittene und qualitativ hochstehende Jacken, die sich auch durch aussergewöhnliche Musterung auszeichnen (kbA Baumwolle, kbT Wolle).

Alkena (CH)
für kbT Bio Seiden Unterbekleidung wie Leibchen, Shirts etc. Nicht alle Modelle von Alkena sind Bio. Ich habe aber für meinen shop mit ganz wenigen Ausnahmen nur kbT Bio Seide und kbA Bio Baumwolle gewählt. Jedes Modell ist entsprechend bezeichnet.

Consequent (DE)
kreiert(e) jugendliche, verspielte Mode mit meistens überzeugender Ästhetik. Ich habe viele Stücke von Consequent. Das Label geriet dann offenbar in Schwierigkeiten, wurde unter neuem Namen von anderen Leuten weitergeführt, und nun erscheint es doch wieder auf dem Markt (2018).

Lana (DE)
produziert sowohl Damen – wie auch Kinder – und Babymode.

Bleed

 

19 Jan

Biovision

Seit 1998

Stiftung für ökologische Entwicklung

Ziel:
Entwicklung, Verbreitung und Anwendung von nachhaltigen ökologischen landwirtschaftlichen Methoden, mit denen Menschen in Entwicklungsregionen sich selber helfen können.

Kernthema: «Ernährungssicherheit und ökologische  Landwirtschaft»

Push-Pull-Methode wurde am Internationalen Insektenforschungsinstitut icipe in Nairobi entwickelt.:

Zitat:“Push-Pull ist eine integrierte, umweltfreundliche und nachhaltige Anbaumethode. Sie steigert die Erträge, indem sie Schädlinge bekämpft, gegen Trockenheit schützt und die Bodenfruchtbarkeit auf natürliche Art und Weise verbessert. Zwischen Mais oder Hirse wird Desmodium gepflanzt, welches durch seinen Geruch die Stängelbohrer-Motten vertreibt – Push – und dazu beiträgt, dass der Boden Feuchtigkeit besser aufnehmen und speichern kann sowie die Fruchtbarkeit durch Stickstofffixierung erhöht. Zudem dezimiert Desmodium das ertragsmindernde Unkraut Striga.

Um die Felder herum wird Napiergras oder Brachiaria gepflanzt, welches die Motten aus dem Feld herauslockt – Pull. Die Larven der Schädlinge ersticken dann in der klebrigen Blattmilch. Napiergras, Brachiaria und Desmodium sind ausserdem willkommenes und gesundes Zusatzfutter für das Vieh.“

http://www.biovision.ch

 

 

19 Jan

C2C

Cradle to Cradle

 

Das Produktions-Prinzip „cradle to cradle“ ist eine neue Art und Weise, Konsumgüter und alle andern vom Mensch genutzten Materialien optimal umweltfreundlich herzustellen. Dieses Prinzip entspringt einer grundlegend neuen Denkweise., welche davon ausgeht, dass es möglich sein muss, Materialien herzustellen und bei der Produktion von Konsumgütern einzusetzen, welche einerseits völlig ungiftig sind, des weiteren im Herstellungsprozess einen minimalen Energie Verbrauch aufweisen und schliesslich nach Ablauf der Lebensdauer des Produktes auch wieder optimal weiterverwendet, respektive in neue Kreisläufe eingeschleust werden können, seien diese nun biologischer oder technischer Art.

 

Dieses umweltfreundliche Prinzip wird „Cradle to cradle“ genannt, was auf Deutsch “von der Wiege zur Wiege“ heisst. Dahinter steckt die Idee, dass ein Produkt am Ende seiner Lebens -und Funktionsdauer nicht zum Abfall wird, sondern ohne Verlust wieder Ausgangspunkt für Neues ist, das problemlos daraus entstehen kann.

 

Der Chemiker und Verfahrenstechniker Prof. Michael Braungart und der Architekt William McDonough sind die Begründer dieses Prinzips.
Ihr Buch: Einfach intelligent produzieren: Cradle to cradle. Die Natur zeigt, wie wir die Dinge besser machen können. Gebrauchsanweisung für das 21. Jahrhundert.
Sie unterscheiden 2 Kreisläufe:

Technischer Kreislauf: die Produkte können in wenigen Handgriffen in ihre Einzelteile zerlegt werden, die wiederum als Ausgangsstoffe für neue Produkte dienen.

 

Biologischer Kreislauf: die Produkte (Textilien und anderes) sind 100% abbaubar und verursachen keine Umweltbelastung (keine Rückstände von schädlichen, umweltfremden Molekülen).

 

Die Herstellungsverfahren in beiden Kreisläufen garantieren also eine minimale Umweltbelastung. Die Ausgangsmaterialien dürfen nur umweltfreundlich sein.

 

Cradle to cradle Verfahren ist kein Recycling im herkömmlichen Sinn. Es ist weit mehr als das, denn man denkt schon bei der Produktion daran, dass während des ganzen Kreislaufprozesses keine Ressourcen verschwendet werden. Das Produkt soll entweder zurück zur Natur oder zurück zum Hersteller, der daraus (genau so wie die Natur) problemlos wieder Neues machen kann. Es gibt also keinen Abfall mehr, denn jedes einzelne Teilchen ist wertvoll.

Um dies zu ermöglichen müssen alle Produktionsverfahren und Herstellungsabläufe neu entwickelt werden.

 

Produkte, die diese Anforderungen erfüllen, erhalten das Zertifikat „cradle to cradle“.

 

 

Um zu verdeutlichen, was cradle to cradle bedeuten könnte, soll hier noch erwähnt werden, dass die Biomasse der weltweiten Ameisenbevölkerung jene der gesamten Menschenbevölkerung um ein Veilfaches übersteigt und trotzdem gibt es keine Vergiftung der Erde durch deren Anwesenheit. Dieser Vergleich hinkt natürlich, weil die Ameisen eben keine technischen Hilfsmittel entwickelten (Maschinen , Flugzeuge, Autos, Raketen, Bomben ets, etc..), , nicht eitel sind (Kleider, Kosmetika), und wahrscheinlich alle anderen Laster der Menschen auch nicht haben, die diese veranlassen, Dinge zu bauen, die äusserst umweltschädlich sind wie Massentierhaltung für Fleisch und Fellproduktion, Atomkraftwerke, Chemiefabriken, Minen, Oelbohrungen etc. etc.

 

19 Jan

EvB, public Eye

1968 Manifest Erklärung von Bern, Thema : die Schweiz und die Entwicklungsländer

Die 1000 Erstunterzeichnenden verpflichteten sich 3% ihres Einkommens an Entwicklungshilfe zu spenden.

Seit 1971 Verein: heutzutage 25 000 Mitglieder

neuer Name: Public Eye

Kampf gegen kriminelle Machenschaften und Umweltsünden von Konzernen und Regierungen.

https://www.publiceye.ch

 

 

06 Apr

Forschungsergebnisse

Hier sollen nach und nach interessante, vielversprechende Forschungsergebnisse der neuesten Zeit vorgestellt werden, die der Menschheit helfen sollen, die von ihr verursachten Umweltsünden zu verringern oder zu beheben, um dem Klimakollaps vorzubeugen.

05 Apr

Futter für Nutztiere

Wer biologisch zertifiziertes Fleisch von Nutztieren verzehrt, kann sich hier ein Bild machen, welche Verordnungen auf einem Schweizer Biohof eingehalten werden müssen:

Biologische Landwirtschaft:

„Die Tierhaltung muss möglichst vollständig in das individuelle Betriebssystem integriert werden.

Die Anzahl der Tiere pro ha landwirtschaftlicher Nutzfläche ist daher im Mittel deutlich niedriger als auf konventionellen Tierhaltungsbetrieben. Dieser systemorientierte Ansatz stellt eine angepasste Wirtschaftsdüngerversorgung sicher, vermeidet unerwünschte Umwelteffekte wie beispielsweise Nitratauswaschungen und überhöhte Stickstoff-Emissionen in die Atmosphäre.

Stickstoff, ein zentraler Nährstoff für das Pflanzenwachstum, ist im Öko-Betrieb ein knapper Faktor, da er nicht als mineralisches Düngemittel zugekauft werden darf.
Um den Stickstoff-Anteil im Boden zu erhöhen, werden Leguminosen, etwa als Grasmischungen (Klee- oder Luzernegras) oder Körnerleguminosen (Erbsen, Bohnen, Lupinen, Sojabohnen), angebaut. Diese dienen zugleich als vielseitig einsetzbare Futtermittel.“

aus: https://www.boelw.de

 

Zwingend: Bedarfsgerechte und artgemäße Fütterung mit betriebseigenem biologisch zertifiziertem Futter

 

Die folgenden Vorschriften, die ich aus „www.bioaktuell.ch“ entnommen habe, sind interessant zu lesen. Ich habe nur vereinzelte Texte ausgesucht, denn die ganze Verordnung umfasst 285 A4 Seiten.

“ Verbotene Futtermittel und Fütterungsmethoden für alle Tiere

  • chemisch-synthetische Zusatzstoffe (Harnstoff, antimikrobielle Leistungsförderer, Enzyme, synthetische Aminosäuren usw.);
  • Tiermehl
  • Gastroabfälle
  • Mastmethoden mit Zwangsfütterung sowie die Haltung von Tieren unter Bedingungen, die zu Anämie führen können.

Siliermitteleinsatz

Als Siliermittel und bei Nachgärung im Silo sind nur die in der Betriebsmittelliste aufgeführten Siliermittel oder Salzwasserlösung mit Wasserpresse (oder Abdecken) zugelassen. Als Siliermittel sind Säuren (z. B. Luprosil), Enzyme und andere chemisch-synthetische Mittel ausdrücklich verboten. (MKA 5/2016)“

Da die Vorschriften ziemlich komplex sind, Ausnahmen und Prozentangaben vorkommen, muss ein Bio Bauer vieles lesen und lernen, und sich immer wieder überprüfen, ob der noch im erlaubten Bereich arbeitet.

„Bestimmungen für Wiederkäuer
Wiederkäuer müssen mindestens 90 Prozent der Futtertrockensubstanz pro Tierkategorie in Form von frischem, siliertem oder getrocknetem Raufutter erhalten.
Wiederkäuer erhalten 100 Prozent biologisches Futter. Davon müssen gem. Art. 4.2.3.1 mindestens 90 Prozent Knospe-Qualität aufweisen. Die restlichen 10 Prozent können mit folgenden Futtermitteln, welche nach Bio- Verordnung (CH oder EU) zertifiziert sind, abgedeckt werden:

Liste der zulässigen nach Bio-Verordnung (CH oder EU) zertifizierten Futtermittel für Wiederkäuer

Raufutter (gem. Art. 4.2.1.2)
Leinsaat
Dextrose
Melasse aus der Zuckerproduktion Früchtesirup

Kartoffelprotein Maiskleber
Bierhefe

Melasse

Wenn keine Bio-Melasse verfügbar ist, dürfen Bio Suisse lizenzierte Mühlen nicht biologische Melasse als Staubbinder oder Presshilfsstoff im Rahmen von 3 Prozent (max. 1 Prozent in der Gesamtration) einsetzen.

 

Wiederkäuer müssen mindestens 90 Prozent der Futtertrockensubstanz pro Tierkategorie in Form von frischem, siliertem oder getrocknetem Raufutter erhalten.

Die Futterkomponenten müssen naturbelassen und die angewendeten Techniken der Futterbereitung möglichst naturnah und energieschonend sein. Futtermittel dürfen keine Spuren von gentechnisch veränderten Organismen oder von Folgeprodukten von gentechnisch veränderten Organismen enthalten, die anteilmässig über den gesetzlichen Limiten liegen.

 

 

Definition Raufutter für Bio Suisse Betriebe

  • Verfüttertes Stroh und verfütterte Streue
  • Futter von Dauer- und Kunstwiesen frisch, siliert oder getrocknet (Herkunft Schweiz    und direkte Nachbarländer).
  • Ackerkulturen, bei welchen die ganze Pflanze geerntet wird: frisch, siliert oder getrocknet (Maisganzpflanen werden zum Raufutter gezählt; jedoch wird z. B. Maiskolbenschrot bereits in die Kategorie Kraftfutter eingeteilt).
  • Zuckerrübenschnitzel
  • Futterrüben unverarbeitet
  • Kartoffeln unverarbeitet
  • Abgang aus Obst-, Früchte- und Gemüseverarbeitung (Äpfel, Trauben, Karotten, Randen etc.)
  • Biertreber (Malztreber): Es muss ein unterschriebenes InfoXgen-Formular vorliegen (Formular kann unter www.infoXgen.com heruntergeladen werden)
  • Spelzen von Dinkel, Gerste, Hafer, Reis
  • Sojabohnen-, Kakao- und Hirseschalen
  • Wiederkäuer müssen mindestens 90 Prozent der Futtertrockensubstanz pro Tierkategorie in Form von frischem, siliertem oder getrocknetem Raufutter erhalten.
  • Die Futterkomponenten müssen naturbelassen und die angewendeten Techniken der Futterbereitung möglichst naturnah und energieschonend sein. Futtermittel dürfen keine Spuren von gentechnisch veränderten Organis- men oder von Folgeprodukten von gentechnisch veränderten Organismen enthalten, die anteilmässig über den gesetzlichen Limiten liegen.

 

Milchfütterung bei Säugetieren

Junge Säugetiere müssen auf der Grundlage von unveränderter Milch, vorzugsweise Muttermilch, ernährt werden. Alle Säugetiere sind während eines Mindestzeitraums mit unveränderter Milch zu ernähren. Der Mindestzeitraum bemisst sich nach der Tierart.

Der Mindestzeitraum, während dem unveränderte Milch gefüttert werden muss, beträgt bei Rindern (einschliesslich Büffel- und Bison-Arten) und Tieren der Pferdegattung drei Monate, bei Schafen und Ziegen 35 Tage und bei Schweinen 42 Tage.

Milchpulver darf in dieser Zeit nur als Ergänzung eingesetzt werden. Bei Wiederkäuern ist die Gabe von Raufutter obligatorisch. Mastkälbern muss mindestens 1’000 Liter Vollmilch (unveränderte Kuhmilch) vertränkt werden. Milchersatzpulver ist nicht zugelassen.

 

Zugeführte Futtermittel

Als Ergänzung zur betriebseigenen Futtergrundlage dürfen Futtermittel auf den Knospe-Betrieb zugeführt werden. Dabei gelten jedoch je nach Art der Futtermittel unterschiedliche Anforderungen.

 

4.2.3.1 Knospe-Futter
Die Zufuhr von Knospe-Futter ist erlaubt. Pro Tierkategorie muss mindestens 90 Prozent der Ration aus Knospe- Futter bestehen. Wird Knospe-Futter aus der Umstellung auf biologischen Landbau zugeführt, darf der Anteil an Umstellungsfutter 30 Prozent in der Ration der einzelnen Nutztierkategorien nicht übersteigen.

Im Ausland zugekauftes Knospe-Futter muss von Bio Suisse nachzertifiziert sein. Sonst wird es dem Nicht-Knospe- Futteranteil angerechnet.
Betriebe, die aus dem Ausland Futtergetreide direkt importieren, müssen ihren Bedarf an Futtergetreide mit mindestens 60 Prozent inländischem Futtergetreide decken.

Ab 2018 müssen 70 Prozent des Sojabedarfs mit Soja aus Europa gedeckt werden. Ab 2019 muss sämtliches Knospe-Futter aus Europa stammen. (MKA 6/2017)

Zugeführte Siloballen müssen mit einer Etikette mit folgenden Angaben versehen sein: Knospe-Logo, Produktbezeichnung, Name, Adresse und Bio-Betriebsnummer des Produzenten und Code der Zertifizierungsstelle.“

 

 

Unter dem Thema biologische Tierhaltung werden auch folgende Bereiche behandelt: Tierzucht, Transport, Zukauf, Schlachtviehandel und Nutzviehhandel, Alp/Sömmerung und vieles mehr.

Die ganze Verordnung regelt den biologischen Landbau generell, also auch Planzen, Schädlinge, Krankheiten, etc. etc.

 

16 Jan

GOTS (Global Organic Textile Standard)

GOTS Ist der weltweit führende Standard für Textilverarbeitung von biologischen Fasern, zudem schliesst er auch ökologische (umweltverträgliche) und soziale Standards (Vorschriften) ein, was die gesamte Kette vom Anbau über die Weiterverarbeitung bis zum Endprodukt betrifft.
Diese weltweit anerkannten Vorschriften garantieren dem Käufer ein Produkt, das vom Anbau bis zum Verkauf umweltverträglichen und sozialen Kriterien unterliegt.
Der Standard ist gültig für Fasern, Garne, Textilien und Kleidung. Er deckt die Produktion, Verarbeitung, Herstellung, Verpackung und Beschilderung, Export, Import und Verteilung ab.
GOTS zertifizierte Ware muss mindestens 95% zertifizierte Bio Fasern enthalten.
Dieser Standard entspricht dem bekannten Label „IVN zertifiziert Naturtextil. Der GOTS wurde vom IVN „(internationaler Verband der Naturtextilwirtschaft) mit der Soil Association (SA,England), der Organic Trade Association (OTA,USA) und der Japan Organic Cotton Association (JOCA, Japan) entwickelt.

Die wichtigsten Kriterien des GOTS sind:
So geringe Schadstoffbelastung im Endprodukt wie möglich
Soziale Mindeststandards in allen Produktionslinien

Extakte GOTS Kriterien:
in allen Stadien der Verarbeitung müssen die biologisch hergestellten Produkte strikt getrennt sein von herkömmlichen Fasern und müssen klar bezeichnet werden.
Alle chemischen Vorgänge wie Färben, Hilfsmittel und Verarbeitungs-Chemikalien müssen auf Giftigkeit und biolog. Abbaubarkeit geprüft werden.
Verboten sine: giftige Schwermetalle, Formaldehyd, aromatische Lösungsmittel, genetisch veränderte Stoffe und deren Enzyme.
Web-und Stricköle dürfen keine Schwermetalle enthalten
Bleichen muss mit Sauerstoff erfolgen und nicht mit Chlor
Azo-Färbungen, die Krebs erregende Amine enthalten sind verboten
Druckmethoden mit aromatischen Lösungsmitteln, Phtalaten und PVC sind verboten
Keine PVC, Nickel Chrom, Plastik-Applikationen
Abfall und Verschmutzung auf ein Minimum reduzieren
Nasse Verfahren müssen ständig kontrolliert werden auf Chemikalien, Energie und Wasserverbrauch
Abwasserqualitätskontrollen: Abwasser muss in einer funktionierenden Abwasserkläranlage behandelt werden
Verpackungsmaterial ohne PVC
Bei allen Prozessen muss der internationle Standard der Sozialverträglichkeit eingehalten werden.

Unser Bio-Baumwolleproduzent ist im Besitz eines GOTS Zertifikats (Global Organic Textile Standard). Dies ist ein wegweisender Schritt zu Harmonisierung und Transparenz der Naturtextil-Labels und damit auch zu mehr Verbrauchersicherheit. GOTS bestimmt nicht nur die Richtlinien für kontrolliert biologischen Rohstoffanbau und umweltschonende Verarbeitung. Vielmehr setzt der GOTS auch innerhalb der gesamten Produktionskette weit reichende Sozialstandards durch. Produzenten werden durch unabhängige, transnationale Agenturen kontrolliert. Textilien, welche nach dem GOTS angeboten werden, sind durch das „Institute for Market-Tecnology“ (IMO) überprüft.

Die GOTS-Zertifizierung ist auf allen wichtigen Weltmärkten anerkannt. Die folgenden führenden Standard-Organisationen im Bereich der Biotextilien IVN (Deutschland), Soil Association (England), Organic Trade Association (US) und Japan Organic Cotton Association (JOCA) haben seit September 2006 ihre bisherigen Naturtextil-Standards harmonisiert und so den GOTS ins Leben gerufen. Der GOTS hat sich innerhalb kürzester Zeit zu dem am häufigsten nachgefragten Bio-Standard der Textil-Branche entwickelt.