Wissenswertes

Naturmaterialien

So schön Naturmaterialien auch sind, verdienen sie die Bezeichnung „echte“ Naturprodukte eigentlich nur, wenn sie umweltfreundlich produziert und dafür mit einem der bekannten Zertifikaten ausgezeichnet wurden, die bestätigen, dass sie die harten Kontrollen bestanden haben.
Die Herstellung von so genannten “Naturprodukten“ oder „Naturmaterialien“ generell sollte heutzutage mit kritischem Blick betrachtet werden, wenn man bedenkt, dass im herkömmlichen Anbau fast ausnahmslos giftige Pflanzenschutz- und Düngemitteln und im Produktionsprozess ebenso giftige Chamikalien und Farben zum Einsatz kommen. Die konventionelle Kultivierung und Verarbeitung schadet den Bauern und Arbeitern in den Anbau-und Produktionsländern enorm, vergiftet die Natur und hinterlässt sogar im Endprodukt seine toxischen Spuren.
Deshalb sollten wir darauf achten, nur Produkte zu kaufen, die vom Anbau bis zur Endfertigung umweltschonende Prozesse durchlaufen. Nur dann können wir die vielseitige Verwendbarkeit von Naturfasern bedenkenlos nutzen und ihre wunderbare Wirkung geniessen.

Helfen Sie eine für Mensch und Umwelt lebenswerte Zukunft mitzugestalten indem Sie Produkte aus Umwelt schonender Produktion bevorzugen.

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kbA Bio Baumwolle

kbA ist das Acromym für kontrolliert biologischer Anbau
Im konventionellen Baumwollanbau werden viele Umweltsünden begangen:
Da die Baumwollpflanze sehr anspruchsvoll und äusserst anfällig ist, werden im konventionellen (herkömmlichen) Anbauverfahren grosse Mengen an Pestiziden und anderen gefährlichen Chemikalien verwendet. Dies führt zur Vergiftung des Wasser und der Landarbeiter, zum Sterben der Vögel und Fische mit katastrophalen Folgen für Mensch und Umwelt.

Die Alternative zu diesem herkömmlichen, schädlichen Anbau ist der biologische Anbau, woraus dann die Biobaumwolle hervorgeht. Wenn der Anbau international festgelegten Kriterien entspricht und regelmässigen, strengen Kontrollen unterliegt, erhält die Baumwolle ein Zertifikat und darf als kbA Bio-Baumwolle vermarktet werden.

Sowohl Produzenten wie Konsumenten von kbA Bio-Baumwolle leisten einen Beitrag zur Pflege der Erde:
Für den Anbau von kbA Biobaumwolle gilt folgendes:

- keine Pestizide, keine Fungizide, keine Insektizide, keine Gentechnologie
- kein Kunstdünger, keine Entlaubungsmittel
- nur mechanische oder biologische Unkrautbekämpfung
- keinerlei kritische Mittel bei Weiterverarbeitung
- menschenwürdige Arbeitsbedingungen und fairere Handel

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kbT (kontrolliert biologische Tierhaltung)

Bei kbT Wolle werden die Schafe biologisch gehalten. Da müssen bestimmte Kriterien eingehalten werden:
Biologisches Futter, Auslauf, genügend Platz im Stall und auf der Weide, artgerechte Haltung, kein kupieren der Schwänze bei Lämmern, keine Kastration, keine Verstümmelungen wie das Mulesing, keine langen Tier-Transporte.

Als Mulesing (engl.) bzw. Mulesierung (nach John W. H. Mules) wird das Entfernen von der Haut rund um den Schwanz von Schafen bezeichnet. Es ist ein in Australien gebräuchliches Verfahren, um einen Befall mit Fliegenmaden (Myiasis) zu verhindern.
Das Mulesing ist eine tierquälerische Methode, die viel Leid bringt.

kbT Wolle gibt leider keine Garantie, dass Mulesing nicht angewendet wird.

Am besten verzichtet man ganz auf Wolle. Es gibt so viele Ersatzprodukte, die mindestens so gut in den Eigenschaften sind (Kapok für Bettzeuginhalte)


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GOTS (Global Organic Textile Standard)

GOTS Ist der weltweit führende Standard für Textilverarbeitung von biologischen Fasern, zudem schliesst er auch ökologische (umweltverträgliche) und soziale Standards (Vorschriften) ein, was die gesamte Kette vom Anbau über die Weiterverarbeitung bis zum Endprodukt betrifft.
Diese weltweit anerkannten Vorschriften garantieren dem Käufer ein Produkt, das vom Anbau bis zum Verkauf umweltverträglichen und sozialen Kriterien unterliegt.
Der Standard ist gültig für Fasern, Garne, Textilien und Kleidung. Er deckt die Produktion, Verarbeitung, Herstellung, Verpackung und Beschilderung, Export, Import und Verteilung ab.
GOTS zertifizierte Ware muss mindestens 95% zertifizierte Bio Fasern enthalten.
Dieser Standard entspricht dem bekannten Label "IVN zertifiziert Naturtextil. Der GOTS wurde vom IVN "(internationaler Verband der Naturtextilwirtschaft) mit der Soil Association (SA,England), der Organic Trade Association (OTA,USA) und der Japan Organic Cotton Association (JOCA, Japan) entwickelt.

Die wichtigsten Kriterien des GOTS sind:
So geringe Schadstoffbelastung im Endprodukt wie möglich
Soziale Mindeststandards in allen Produktionslinien

Extakte GOTS Kriterien:
in allen Stadien der Verarbeitung müssen die biologisch hergestellten Produkte strikt getrennt sein von herkömmlichen Fasern und müssen klar bezeichnet werden.
Alle chemischen Vorgänge wie Färben, Hilfsmittel und Verarbeitungs-Chemikalien müssen auf Giftigkeit und biolog. Abbaubarkeit geprüft werden.
Verboten sine: giftige Schwermetalle, Formaldehyd, aromatische Lösungsmittel, genetisch veränderte Stoffe und deren Enzyme.
Web-und Stricköle dürfen keine Schwermetalle enthalten
Bleichen muss mit Sauerstoff erfolgen und nicht mit Chlor
Azo-Färbungen, die Krebs erregende Amine enthalten sind verboten
Druckmethoden mit aromatischen Lösungsmitteln, Phtalaten und PVC sind verboten
Keine PVC, Nickel Chrom, Plastik-Applikationen
Abfall und Verschmutzung auf ein Minimum reduzieren
Nasse Verfahren müssen ständig kontrolliert werden auf Chemikalien, Energie und Wasserverbrauch
Abwasserqualitätskontrollen: Abwasser muss in einer funktionierenden Abwasserkläranlage behandelt werden
Verpackungsmaterial ohne PVC
Bei allen Prozessen muss der internationle Standard der Sozialverträglichkeit eingehalten werden.

Unser Bio-Baumwolleproduzent ist im Besitz eines GOTS Zertifikats (Global Organic Textile Standard). Dies ist ein wegweisender Schritt zu Harmonisierung und Transparenz der Naturtextil-Labels und damit auch zu mehr Verbrauchersicherheit. GOTS bestimmt nicht nur die Richtlinien für kontrolliert biologischen Rohstoffanbau und umweltschonende Verarbeitung. Vielmehr setzt der GOTS auch innerhalb der gesamten Produktionskette weit reichende Sozialstandards durch. Produzenten werden durch unabhängige, transnationale Agenturen kontrolliert. Textilien, welche nach dem GOTS angeboten werden, sind durch das „Institute for Market-Tecnology“ (IMO) überprüft.

Die GOTS-Zertifizierung ist auf allen wichtigen Weltmärkten anerkannt. Die folgenden führenden Standard-Organisationen im Bereich der Biotextilien IVN (Deutschland), Soil Association (England), Organic Trade Association (US) und Japan Organic Cotton Association (JOCA) haben seit September 2006 ihre bisherigen Naturtextil-Standards harmonisiert und so den GOTS ins Leben gerufen. Der GOTS hat sich innerhalb kürzester Zeit zu dem am häufigsten nachgefragten Bio-Standard der Textil-Branche entwickelt.


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IVN (Internationaler Verband für Naturt-Textilwirtschaft)

Dieser Verband vergibt 3 Zertifikate:
- GOTS (Global Organic Textile Standard) Mindeststandard
- Naturtextil IVN zertifiziert Best
- Naturleder IVN zertifiziert


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Best

Dieses Qualitätszeichen genügt den höchsten Ansprüchen und übertrifft damit nochmals deutlich die Anforderungen des GOTS.

Unterschiede:
Bei diesem Zertifikat müssen die Textilien aus 100% zertifiziert ökologischen Fasern sein (bei GOTS nur mind. 90%, wovon mind. 70% aus kbA oder kbT)

Noch strengere Kriterien für Farb- und Hilfsmittel als bei GOTS.

Die Veredelung (Mercerisieren) der Baumwolle mit Natronlauge ist verboten. Optische Aufheller sind nicht erlaubt.

Zutaten und Accessoirs:
Einlagen, Stickgarne und Bänder müssen aus Naturfasern sein.
(Bei GOTS ist Viskose erlaubt).


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C2C (Cradle to cradle)

Das Produktions-Prinzip „cradle to cradle“ ist eine neue Art und Weise, Konsumgüter und alle andern vom Mensch genutzten Materialien optimal umweltfreundlich herzustellen. Dieses Prinzip entspringt einer grundlegend neuen Denkweise., welche davon ausgeht, dass es möglich sein muss, Materialien herzustellen und bei der Produktion von Konsumgütern einzusetzen, welche einerseits völlig ungiftig sind, des weiteren im Herstellungsprozess einen minimalen Energie Verbrauch aufweisen und schliesslich nach Ablauf der Lebensdauer des Produktes auch wieder optimal weiterverwendet, respektive in neue Kreisläufe eingeschleust werden können, seien diese nun biologischer oder technischer Art.

Dieses umweltfreundliche Prinzip wird „Cradle to cradle“ genannt, was auf Deutsch “von der Wiege zur Wiege“ heisst. Dahinter steckt die Idee, dass ein Produkt am Ende seiner Lebens- und Funktionsdauer nicht zum Abfall wird, sondern ohne Verlust wieder Ausgangspunkt für Neues ist, das problemlos daraus entstehen kann.

Der Chemiker und Verfahrenstechniker Prof. Michael Braungart und der Architekt William McDonough sind die Begründer dieses Prinzips. Ihr Buch: Einfach intelligent produzieren: Cradle to cradle. Die Natur zeigt, wie wir die Dinge besser machen können. Gebrauchsanweisung für das 21. Jahrhundert.
Sie unterscheiden 2 Kreisläufe:

Technischer Kreislauf: die Produkte können in wenigen Handgriffen in ihre Einzelteile zerlegt werden, die wiederum als Ausgangsstoffe für neue Produkte dienen.

Biologischer Kreislauf: die Produkte (Textilien und anderes) sind 100% abbaubar und verursachen keine Umweltbelastung (keine Rückstände von schädlichen, umweltfremden Molekülen).

Die Herstellungsverfahren in beiden Kreisläufen garantieren also eine minimale Umweltbelastung. Die Ausgangsmaterialien dürfen nur umweltfreundlich sein.

Cradle to cradle Verfahren ist kein Recycling im herkömmlichen Sinn. Es ist weit mehr als das, denn man denkt schon bei der Produktion daran, dass während des ganzen Kreislaufprozesses keine Ressourcen verschwendet werden. Das Produkt soll entweder zurück zur Natur oder zurück zum Hersteller, der daraus (genau so wie die Natur) problemlos wieder Neues machen kann. Es gibt also keinen Abfall mehr, denn jedes einzelne Teilchen ist wertvoll.
Um dies zu ermöglichen müssen alle Produktionsverfahren und Herstellungsabläufe neu entwickelt werden.

Produkte, die diese Anforderungen erfüllen, erhalten das Zertifikat „cradle to cradle“.

Um zu verdeutlichen, was cradle to cradle bedeuten könnte, soll hier noch erwähnt werden, dass die Biomasse der weltweiten Ameisenbevölkerung jene der gesamten Menschenbevölkerung um ein Veilfaches übersteigt und trotzdem gibt es keine Vergiftung der Erde durch deren Anwesenheit.


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Naturleder IVN zertifiziert

Das Leder muss von Tieren stammen, die vorwiegend zur Fleischgewinnung gehalten werden, damit keine zusätzliche umweltbelastende Tierzucht anfällt.

Wildlebende und vom aussterben bedrohte Tierarten dürfen nicht verwendet werden.

Herstellungsverfahren:

Chem. Konservierungsmittel sind verboten. Zum Reinigen eventuell eingesetzte Tenside und waschaktive Substanzen müssen biologisch abbaubar sein.
Gerbung: es werden pflanzliche Gerbstoffe eingesetzt. Chromgerbung und Formaldehyde sind verboten.

Damit ein Leder-Produkt (Schuhe, Taschen etc.) als Bio bezeichnet werden kann, sollten folgende Punkte erfüllt sein:
pflanzlich gegerbtes Leder
umweltbewusste Produktion
lösungsmittelfreie Kleber
für Schuhe gilt zudem:
herausnehmbare Korkfußbetten
Sohlen aus Naturkautschuk bzw. Leder
dem menschlichen Fuß angepasste Leisten
Zehenfreiheit
Atmungsaktivität

Leder aus umweltbewusster Produktion

Es sollte eigentlich selbstverständlich sein, dass Schuhe frei von jeglichen Giften sind. Leider ist das ganz und gar nicht der Fall. So wird Leder in der herkömmlichen Produktion mit dem krebserregenden und Allergie auslösenden Chrom gegerbt.

Für Lederschuhe aus einer umweltbewussten Herstellung werden ausschließlich pflanzliche Gerbstoffe verwendet, die nicht mit Schwermetallen belastet sind. Sie sind umweltfreundlich abbaubar. Leder, das mit pflanzlichen Mitteln gegerbt wurde, ist atmungsaktiver und gesundheitsverträglicher. Ob die Häute von Bio-Tieren stammen, ist im einzelnen nicht möglich zurück zu verfolgen.

Besondere Berücksichtigung der Gesundheit bei Bio-Schuhen

Der hohe Tragekomfort bei Bio-Schuhen wird durch die besondere Berücksichtigung der Fußgesundheit erzielt. Bei der Entwicklung und Herstellung wird gezielt darauf geachtet, dass die Füße nicht eingeengt werden und die Schuhe maximalen Halt bieten.
Da sich in der Schuhbranche noch keine einheitliche Kontroll- und Prüfstrategie durchgesetzt hat, sollte auf Qualitätssiegel und Hinweise der Hersteller geachtet werden.


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LOHAS (Lifestyle of Health and Sustainability)



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Baumwolle

Baumwolle ist eine Naturfaser und der bedeutendste Textilrohstoff der Welt. Gewonnen wird sie aus Samenhaaren der Pflanzen der Gattung Baumwolle (Gossypium). Die Baumwollfaser läßt sich 8-10 % dehnen und ist so saugfähig, daß sie ca. 65 % ihres Eigengewichts an Wasser aufnehmen kann. Diese hydrophile Eigenschaft ist übrigens der Hauptgrund für die große Hautfreundlichkeit von Baumwolle, sowie das geringe Allergiepotential dieses Textilstoffes. Hauptanbauländer sind China, Indien, Rußland, Pakistan, Brasilien, Türkei, Ägypten, die USA und Argentinien. (Quelle: wollknolle.de)

Baumwolle ist eine sehr alte Kulturpflanze. In mexikanischen Höhlen wurden Baumwollkleider gefunden, die etwa 7.000 Jahre alt sind. Die Baumwollpflanze gehört zu den Malvengewächsen. Sie wächst vor allem in den Tropen und Subtropen. Man unterscheidet bis zu 51 Arten. In Europa ist Griechenland das einzige Land mit einer größeren Produktionsmenge (Platz 10 der Weltrangliste).
Die lange Wachstumszeit der Baumwolle erfordert nach der Ernte eine rasche Feldbestellung und Neuaussaat. Daher ist der Anbau von Zwischenfrüchten zur Verbesserung der Bodenqualität und zur Unterdrückung von Unkräutern kaum möglich. Besonders auf großen Flächen wird Baumwolle oft ohne Fruchtwechsel mit anderen Nutzpflanzen angebaut. Infolge dieser Monokulturen ist die großflächige Baumwollproduktion stark von Pflanzenschutz-Mitteln abhängig. Baumwolle gilt als das landwirtschaftliche Produkt mit dem höchsten Einsatz an Chemikalien. Auf Baumwolle entfielen 1999/2000 etwa 11% des weltweiten Pestizidmarktes. Daher gilt sie unter Umweltschutzaspekten als sehr bedenklich. Auch der Wasserverbrauch ist als sehr problematisch anzusehen. Besonders bekannt wurde in diesem Zusammenhang der Aralsee, der seit den späten 1960er Jahren stark an Wasser verloren hat, da eine große Menge Wasser zu Bewässerungszwecken für den Baumwollanbau abgezweigt wird, bevor es den See erreichen kann. Dies führte zu einer weit reichenden Versalzung.

Einige Baumwollbauern setzen auf ökologischen Anbau, so dass es heute auch Bio-Baumwollprodukte auf dem Markt gibt. Anfang 2010 wurde die Textilbranche von groß angelegtem Betrug mit angeblicher Biobaumwolle erschüttert, ein großer Teil der aus Indien stammenden Biobaumwolle wurde gentechnisch verändert. Der Betrug wurde bereits im April 2009 von indischen Behörden aufgedeckt. Zusammen mit westlichen Zertifizierungsunternehmen haben zahlreiche Dörfer gentechnisch veränderte Baumwolle als Bioprodukt deklariert und in großen Mengen in Umlauf gebracht – ein klarer Verstoß gegen die strengen Standards für Ökotextilien. Von dem Betrug betroffen sind namhafte Handelsketten wie H&M, C&A und Tschibo“. I
Lesen Sie unter „Info, kbA“ (kontrolliert biologischer Anbau) auf meiner Site/frontpage, welche Kriterien Biobaumwolle erfüllen muss, damit sie als Bio-Bauwolle zertifiziert werden darf. (Quelle: wikipedia.ch)


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Leinen

leinenDas Gewebe Leinen wird aus der Leinpflanze hergestellt. Oft wird die Leinpflanze auch als Flachs bezeichnet.
Die Pflanze hat hübsche kleine zartblaue Blüten. Wenn Flachs zur Leinenproduktion kultiviert wird, entstehen wunderschöne blaue Felder, wenn die Pflanze blüht.

Leinengewebe wurden traditionell für Bett- und Hauswäsche verwendet. In dieser Nutzung wurden sie im Laufe des späteren 19. Jahrhunderts vermehrt von der billigeren Baumwolle verdrängt. Heutzutage gewinnt die Herstellung von Leinen aus ökologischen Gründen wieder vermehrt an Bedeutung. Flachs wächst auch in gemässigten Klimazonen (verminderte Transportwege für Produkte, die so nicht von weit weg hierher gebracht werden müssen. Umweltfreundlichere Herstellung als bei Baumwolle). „Die Flachs- oder Leinenfaser wird aus den Stängeln der Flachspflanze gewonnen und zählt zu den Bastfasern. Leinenfasern bilden Bündel, im Gegensatz zu Samenfaser der Baumwolle, die aus unverbundenen Einzelfasern bestehen.“
„Gegenüber anderen Bastfasern ist die Leinenfaser gut teilbar und fein verspinnbar, was sie für Wäsche und Kleidung auszeichnet. Die Leinenfaser ist glatt und das Leinengewebe schließt wenig Luft ein, so ist Leinen flusenfrei und wenig anfällig gegen Schmutz und Bakterien, die Faser ist von Natur bakterizid, fast antistatisch und Schmutz abweisend. Leinen nimmt bis zu 35% Luftfeuchtigkeit auf und tauscht diese Feuchtigkeit auch schnell mit der Umgebungsluft aus, wirkt somit kühlend, ist dennoch trocken wärmend. Deswegen wird das Gewebe gern für Sommerbekleidung eingesetzt. Die Wasserhaltung auf der Oberfläche ist auch Ursache der antistatischen (und damit Schmutz abweisenden) Eigenschaft. Die Leinenfaser ist sehr reißfest und extrem unelastisch. Aufgrund der geringen Elastizität ist Leinen knitteranfällig; die Reißfestigkeit macht das Leinen strapazierfähig und langlebig. Leinen ist stark und muss nicht wie Baumwolle nachgestärkt werden. Es hat natürlichen Glanz und Stärke.
Anfällig ist Leinen jedoch gegenüber Reibung. Seine Scheuerfestigkeit ist geringer als die der Baumwolle; es sollte deswegen bei Wäsche der Schongang eingesetzt werden oder bei Handwäsche nur gestaucht und nicht gerieben werden.
Leinen ist gegen Waschlaugen, Waschmittel, Kochwäsche, chemische Reinigung und hohe Temperaturen beim Bügeln unempfindlich. Trockene Hitze schädigt das Gewebe jedoch, daher muss es zum Bügeln noch leicht feucht sein, Wäschetrockner sind ungeeignet.
Das Bleichen von Leinen ist problematisch. Vollbleiche führt zu Gewichtsverlusten von bis zu einem Fünftel. Das Färben von Leinen ist im Garn oder am Gewebe möglich. Das Blau der Berufsbekleidung ist auf das Färbeverhalten des Leinens zurückzuführen, das mit Naturfarben nur mit Indigo einigermaßen echt gefärbt werden konnte. Dies liegt an der Eigenschaft von Leinen als Zellulosefaser, die beim Färben keine chemische Bindung ermöglicht. Möglich ist die Färbung neben den genannten Küpenfarbstoffen mit der Klasse der substantiven Farbstoffe, dabei wird das Farbstoffmolekül (nur mechanisch gefangen) in das Knäuel des polymeren Zellulosemoleküls eingebaut.
Leinen wird wieder neu entdeckt bei Leuten, die ökologische denken (kann im Gegensatz zur Baumwolle in unseren Breitengraden produziert werden, kurze Transportwege). Man findet wieder Leinenproduktionsstätten in Europa (Niederlande und Frankreich). Da der herkömmliche Flachsanbau leider auch nicht mehr auskommt ohne Pestizide und giftige Düngemittel, entstanden Projekte für biologischen Flachsanbau, die nun erfolgreich


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Bambus

bambusBambus wird seit einiger Zeit intensiv als ökologischer Rohstoff vermarktet. Er wird als die neue grüne Wunderpflanze angepriesen. Insbesondere Textilhersteller machen den Käufer glauben, Bambus sei die umweltfreundliche Alternative zur Baumwolle. Leider wächst aber die Mehrheit der im blühenden Bambustextilmarkt verwendeten Bambusstoffe nicht in der Natur, sondern wird in chemischen Prozessen synthetisch hergestellt.
Der Handel preist den Bambus als seidenweiche, saugfähige, atmungsaktive und Temperatur ausgleichende Superfaser an, was deren höheren Verkaufspreis rechtfertigen soll.
Leider besteht das „grüne“ Bambus-Kleidungsstück aber meistens aus gewöhnlicher Viskose, also aus einer Kunstfaser.
Es handelt sich in den meisten Fällen um einen echten Etiketten-Schwindel, respektive um bewusste Irreführung, denn das Endprodukt hat praktisch nichts mehr mit dem Ausgangsstoff zu tun.
Tatsächlich wird der Rohstoff Bambuszellulose im Viskoseverfahren chemisch-technisch so verändert, dass dabei ein neues Produkt entsteht, das mit dem Basisstoff kaum noch Ähnlichkeit hat. Man könnte im gleichen Verfahren auch Zellulose von anderen Basisstoffen wie zum Beispiel Buchenholz verwenden und käme zum gleichen Resultat. Zudem entstehen beim aufwändigen chemischen Viskoseverfahren Stoffe, die teils umweltbelastend und giftig sind. Somit haben diese Textilien die Bezeichnung “grün“ keinesfalls verdient.
Die Bambusviskose wird zum grössten Teil von chinesischen Chemiefirmen mit Einsatz enormer Chemikalienmengen hergestellt.
Es gibt tatsächlich Textilien, die aus echtem Bambus hergestellt sind. Doch da die Naturfaser Bambus selbst sehr spröde ist, braucht es immer eine spezielle Bearbeitung, um die Faser mit der kratzigen Textur in feines, tragbares Material zu verwandeln. Die Luzerner Firma Litrax ist weltweit die einzige Firma, die natürliche Bambusfasern in einem Hightech-Verfahren mit Hilfe von Enzymen zu weichen, tragbaren Fasern verarbeiten kann. Echte Bambusfasern kommen jedoch in Textilien eher selten vor.
Der Laie kann die Natur- von der Kunstfaser nicht unterscheiden. (Quelle: Zusammenfassung eines Textes über Etikettenschwindel im Textilgeschäft, entnommen aus dem Beobachter Natur Nr. 6/2010)


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Hanf

hanfHanf zählt zu den ältesten Nutz- und Zierpflanzen der Welt. Neben dem Gebrauch als Faser-, Heil- und Ölpflanze findet Hanf auch zur Herstellung von Rauschmitteln Verwendung.
Heute ist Hanf fast weltweit in den gemäßigten bis tropischen Zonen zu finden, sowohl kultiviert als auch verwildert.
Hanfseile und Segeltuch aus Hanf waren in der Schifffahrt wichtig, da die Faser sehr widerstandsfähig gegenüber Salzwasser ist und weniger Wasser aufnimmt als beispielsweise Baumwolle – Baumwollsegel würden bei Regen derartig schwer, dass die Masten brechen könnten. Auch Flachsleinen war ungeeignet, da es bei Kontakt mit Wasser binnen weniger Monate verrottet wäre, was bei Tüchern aus Hanf nicht der Fall war.
Die Hanffaser ist der Baumwollfaser in vielerlei Hinsicht überlegen und auch für die Herstellung bestimmter Papiere geeignet.
Von der Antike bis tief ins 20. Jahrhundert war Hanf ein anerkannter und unentbehrlicher Rohstoff zur Herstellung einer Vielzahl von Gegenständen, darunter Kleidung, Taue und Takelagen für Schiffe und Papier.
In der Wirtschaft ist Hanf äußerst vielseitig einsetzbar und wird wegen seiner hohen Haltbarkeit, Umweltverträglichkeit und niedrigen Energiebilanz geschätzt. (Quelle: Wikipedia)


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Kapok

Kapok (von malaisch kapuk), auch Pflanzendaunen genannt, ist die Hohlfaser des Kapokbaumes (Ceiba pentandra). Sie stammt aus den langen Fasern der Früchte des in den Tropen wachsenden Baumes.
Wegen des Lufteinschlusses von 80 % gilt die Kapokfaser nach Pappelflaum als leichteste natürliche hohle Textilfaser der Welt.
Die Fasern besitzen einen feinen Wachsüberzug, der zum einen bewirkt, dass sie nicht leicht zu verspinnen sind, zum anderen jedoch den Vorteil hat, dass die Haare nicht benetzt werden können.
Kapok wird häufig als Innenmaterial für Sitzkissen verwendet. Besonders geeignet auf Segel- und Motoryachten. Ein Kapokkissen hat den Vorteil, dass es kein Wasser aufnimmt und sogar schwimmfähig ist.“

Es werden auch Bettwaren aus Kapok hergestellt, meist in einem Mischverhältnis Kapok-Baumwolle. Kapok wärmt gut. Kapok ist eine gute Alternative für Veganer, die auch im Bett keinerlei Produkte tierischer Herkunft haben möchten (keine Wolle, Daunen, Seide). Allerdings benötigen Kapok-Bettwaren regelmässiges Durchschütteln und Auslüften an der Sonne, um ihre guten Eigenschaften zu behalten. (Quelle: Wikipedia)


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Ramie

Ramie gehört zu den pflanzlichen Naturfaserstoffen der Familie der Brennnesselgewächse (Urticaceae) und wie Flachs zu den Weichfasern.
Die Pflanze ist eine in Ost- und Südostasien weit verbreitete Wildpflanze.
Textilien aus Ramiefasern sind erstmals in ägyptischen Mumienbinden aus der Zeit zwischen 5000 und 3300 v. Chr. bezeugt, in China wird sie seit etwa 3000 Jahren als Faserpflanze kultiviert. Damit gehört die Ramie zu den ältesten Faserpflanzen der Welt. Im frühen 18. Jahrhundert gelangte die Pflanze erstmals nach Europa, Nord- und Südamerika.
Im Jahr 2000 wurden weltweit über 170.000 Tonnen Fasern aus der Ramie erzeugt, rund doppelt so viel wie aus Hanf. Damit ist sie die siebtwichtigste Naturfaser weltweit. Hauptproduktionsländer sind mit gut 75% der Weltproduktion China, sowie die Philippinen, Indien und Brasilien. Diese Länder sind zugleich die Hauptverbraucher, auf dem Weltmarkt tritt die Faser daher nur bedingt in Erscheinung. Die wichtigsten Importländer sind Japan, Deutschland, Frankreich und Großbritannien.
Als reine Faser ergibt Ramie leichte, seidige Gewebe, die Leinen ähneln. Wegen seiner geringen Widerstandsfähigkeit und Elastizität wird Ramiefaser jedoch meist als Beimischung zu anderen Textilfasern verwendet. Dabei erhöht es den Glanz und die Stärke von Baumwollfasern und verringert das Schrumpfen der Wollfaser. Ihr Einsatz in diesem Bereich der Wollmischungen ist jedoch eher als exotisch anzusehen.
Obwohl die Ramiefaser als äußerst hochwertig gilt, kann sie aufgrund ihrer relativ aufwändigen Verarbeitung, die nach wie vor nicht vollständig automatisierbar ist, auf dem Textilmarkt bisher nicht preislich mit anderen Naturfasern wie Baumwolle, Wolle oder Leinen konkurrieren. (Quelle: Wikipedia)


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Brennessel
brennessel



 

 

 

 

 

 

 

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Seide

Seide ist eine feine Textilfaser tierischen Ursprungs.
Der Seidenspinner (Maulbeerseidenspinner und Eichenseidenspinner, auch Tussa Seidenspinner genannt) ist ein Falter. Seine Raupe produziert einen sehr dünnen Faden, in welchen sie sich zur Verpuppung einwickelt. Diese Hülle, Cocon (Kokon) genannt, besteht aus einem einzigen Endlos-Faden mit hervorragenden Eigenschaften, die sich der Mensch seit Jahrhunderten zu Nutzen gemacht hat. Aus diesem Endlos-Faden wird die Seide hergestellt.

„Seide kommt ursprünglich vermutlich aus China und war eine wichtige Handelsware, die über die Seidenstrasse nach Europa transportiert wurde. Neben China, wo auch heute noch der Hauptanteil produziert wird, sind Japan und Indien weitere wichtige Erzeugerländer, in denen der Seidenbau betrieben wird.“ Wikipedia, Jan. 2011

Man kann die Seidenproduktion bis ca. 2800 vor Christus zurückverfolgen.

Im normalen Seidenherstellungsprozess wird der Cocon mit der lebenden Raupe ins kochende Wasser geworfen, sodass die Raupe darin abstirbt. Auf diese Weise bleibt der Cocon unbeschädigt und man kann den Faden an einem Stück abwickeln.

Ahimsa Seide oder Peace Silk stammt vom Maulbeerseidenspinner.
Ahimsa heisst Gewaltlosigkeit. Im Gegensatz zur herkömmlichen Seidenherstellung lässt man für die Produktion von Ahimsa Seide die Raupen ihr Puppenstadium beenden und als Falter ausfliegen. Zurück bleibt der Cocon, der nun allerdings durch das Flugloch beschädigt wurde. Der Seidenfaden kann nun nicht mehr an einem Stück abgewickelt werden. Bei der Produktion von Ahimsa Seide wird die Seide also gerissen, dann zum Faden gesponnen und nachher auf dem Handwebstuhl gewebt.

Tussa Seide stammt vom Tussa Seidenspinner (auch Eichenseidenspinner genannt). Dieser Seidenspinner kommt in China, Japan und Indien vor.
Auch Tussa Seide ist Ahimsa oder Peace Silk: die Cocons werden in freier Wildbahn gesammelt nachdem die Falter geschlüpft sind.
Tussa Seide ist kräftiger im Griff als die Seide vom Maulbeerbaumseidenspinner und erhält eine dunklere, glänzende Farbe.


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Wolle

Wolle wird aus den Haaren (Unterhaar) von Schafen, Ziegen, Kamelen, Lamas, Alpakas oder Kaninchen gewonnen.

 

Schaf

 

schafMerinoschaf: Australien, Südafrika, Südamerika, Deutschland und andere europ. Länder

Schlicht- und-Glanzwollschaf: Engl. Schafrassen, Kreuzzucht oder Crossbreeds. Diese Wollschafe stammen aus kälteren Klimata.

Mischwollschaf: z.B. syrische, türkische und arabische Merinoschafe liefern die feinste Wolle. Die heutigen Wollqualitäten kamen im Laufe der Zeit durch Züchtung und Kreuzungen zustande. Vom Merinoschaf, das ursprünglich wahrscheinlich aus Spanien stammt, ist wohl in allen Rassen ein bisschen drin.

Ziege

Kashmirziege: Kaschmir (Cashmir) ist das kostbarste und edelste Material unter den Wollprodukten und stammt von Kaschmirziegen. Diese leben im nördlichen Indien (Provinz Kaschmir), in der Mongolei, China und im Himalaya in Höhe bis 5000 m bei extremer Kälte im Winter. Die Ziegen sind mit sehr feinem, dichtem Unterhaar geschützt. Beim Fellwechsel im Frühjahr wird aus dem gesamten Fell das wertvolle Unterhaar von Hand ausgelesen oder ausgekämmt. Die Ausbeute pro Jahr und Tier ist sehr gering, weshalb die Kaschmirwolle sehr teuer ist.
Angoraziege: aus den Haare der Angoraziege entsteht die Mohairwolle. Diese Naturfaser ist die spezifisch leichteste Textilfaser und daher sehr kostbar. Der Ausdruck „Mohair“ entstammt der arabischen Sprache, in der er einen Stoff aus Haaren bezeichnet. Mohair wird neben der Herstellung von Wolle auch für die Herstellung von Puppenperücken und Teddybären (Mohair-Plüsch) verwendet.

Kamel

kamelIm Frühjahr durch das Kämmen des Flaumhaars des Kamelfells junger Kamele gewonnen, ist Kamelhaar eine sehr flauschige, anschmiegsame und Temperatur ausgleichende Hohlfaser mit guter Feuchtigkeitsaufnahme. Durch die nahezu schuppenfreie Oberfläche der Haare wird die Feuchtigkeit schnell wieder abgegeben. Die wichtigsten Herkunftsgebiete von Kamelhaarwolle sind China, die Mongolei, Rußland und Afrika. (Quelle: wollknolle.de)

Alpaka (Klein-Kamel)

alpakaBereits die Vorfahren der Inkas fertigten feinste Garne aus der Wolle der südamerikanischen Kleinkamele (Alpakas) und der noch selteneren wilden Vikunjas. Auch heute gilt Alpaka als sehr hochwertiges Garn. Es ist fünfmal wärmer als Schafwollgarne. Durch mikroskopisch kleine Lufttaschen hält es wärmer als fast jede andere tierische Faser. Alpaka enthält kein Lanolin und ist daher für Wollallergiker geeignet. (Quelle: wollknolle.de)

 

 

 

Angora Kaninchen


angorakaninchenDie Haare des Angorakaninchens werden als Angora verkauft, nicht aber diejenigen der gleichnamigen Ziege (siehe Mohair der Angoraziege)

 

 


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